Kommandantendienstversammlung 2025 im Landkreis Freising

Bei der Kommandantendienstversammlung 2025 begrüßte Landrat Helmut Petz die anwesenden Bürgermeister, die Kommandanten sowie Vertreter der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis in der Aula des Camerloher Gymnasiums in Freising.

In seiner Ansprache dankte er allen Einsatzkräften für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Jahr und betonte die wachsenden Herausforderungen, die insbesondere der Klimawandel mit sich bringt.
„Das Hochwasser 2024 hat erneut gezeigt, wie dringend Verbesserungen im Hochwasserschutz notwendig sind.“ Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt wird der Landkreis Maßnahmen entwickeln, um Zuflüsse – wie etwa an der Glonn – künftig gezielt abriegeln zu können, so der Landrat.
„Unser Ziel ist es, einfachere, schnellere und wirksame Lösungen zu schaffen, um vergleichbare Ereignisse künftig besser bewältigen zu können.“
Ebenso ist die Weiterentwicklung der digitalen Alarmierung ein Schlüsselprojekt im Landkreis. Trotz hoher Kosten werde diese Modernisierung konsequent umgesetzt, so Petz.

Einsatzzahlen 2024: Deutlicher Anstieg – Belastung auf Rekordniveau

Kreisbrandrat Manfred Danner stellte den Jahresbericht 2024 vor – mit eindrucksvollen Zahlen:

Personalsituation 2024

  • 3.747 Aktive 
  • 1.198 Atemschutzgeräteträger
  • 537 Jugend-Anwärter, 41 Übertritte
  • 75 Mitglieder in Kinderfeuerwehren

In allen Kategorien ist hierbei erfreulicherweise ein Anstieg zu erkennen.

Gesamteinsätze 2024

Im Jahr 2024 bewältigten die Feuerwehren im Landkreis Freising insgesamt 4.734 Einsätze. Zum Vergleich: 2023 mussten die Ehrenamtlichen 4.369 Einsätze ableisten. Dies macht eine Steigerung um 8,35 Prozent aus im vergleich zum Vorjahr, so Danner.

Die Einsätze gliedern sich wie folgt:
 • 1.065 Brände (2023: 969)
 • 3.411 THL-Einsätze (2023: 3.202)
 • 131 ABC-Einsätze
 • 127 Sicherheitswachen

„Auch hier können wir in allen Einsatzarten eine weitere Steigerung zum Vorjahr verzeichnen, was zu einer weiteren Mehrbelastung unserer Einsatzkräfte führt“, so der KBR.

Fehlalarme 2024

Erfreulich für die Feuerwehren sei jedoch die Zahl der Fehlalarme, diese ging leicht zurück:
 • 507 Fehlalarme (2023: 527)
→ –3,80 %

Einsatzstunden: Verdopplung gegenüber Vorjahr

Besonders eindrucksvoll sind die reinen Einsatzstunden (ohne Übungsstunden!):

 • 2020: 34.858h
 • 2021: 39.955h
 • 2022: 46.139h
 • 2023: 61.922h
 • 2024: 124.085 Einsatzstunden 
→ +100 %

Danner betonte, dass diese enorme Zahl die massive Belastung der Feuerwehren widerspiegele – hier sind explizit nicht die Übungs - & Ausbildungsstunden berücksichtigt. „Es geht hier um die reinen Einsatzzahlen“.

Organisation, Ausbildung und Zukunft

Zum Ende seines Berichtes ging der Kreisbrandrat noch auf Neuerungen im Bereich der Inspektion,  Beschaffungen im Landkreis und einen Ausblick für die Zukunft des mittlerweile aus allen Nähten platzenden Feuerwehrausbildungszentrums in Zolling ein.
Für das kommende Jahr sind weitere Ausbildungen geplant, so unter anderem virtuelle Trainings zur Innenbrandbekämpfung, THL Fortbildungen, Führungssimulationen sowie Verhalten am Wasser und ein Lehrgang zum Thema Deichverteidigung mit dem Wasserwirtschaftsamt, um sich „auf neue und häufiger auftretende Gefahren bei Hochwasser - und Starkregenereignissen vorzubereiten“, so der KBR.
Auch die vorübergehend angemietete Katastrophenschutzhalle in Niederambach füllt sich langsam, „aber stetig“. Für Juni 2026 ist die Auslieferung des bestellten Wechselladerfahrzeuges geplant, ebenfalls soll der Abrollbehälter „Sandsack“ ausgeliefert werden. Ein Abrollbehälter „Sandsackfüllanlage“ ist derzeit in Planung.
In der Halle stehen bereits mehrere Notstromaggregate, ein Teleskoplader und weiteres Material für den Katastrophenschutz.

Der letze Punkt sei ihm ein persönliches Herzensprojekt, so Danner. Die Planungen für den Neubau des Feuerwehrausbildungs - und Katastrophenschutzzentrums laufen weiter. Sein Wunsch wäre es, „2026 ein dafür geeignetes Grundstück sichern zu können“.

Kreisjugendwart Roman Bittrich berichtete über die positive Entwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehren, beide Bereiche verzeichneten steigende Zahlen.
Die Gesamtanzahl der Jugendlichen stieg von 513 (2023) auf 537 (2024) und die Anzahl der Mitglieder der Kinderfeuerwehren von 57 (2023) auf 75 im Jahr 2024. „Eine sehr erfreuliche Steigerung“, so Bittrich.
Besonders erfolgreich verlief der zweite Jugendleiter-Kurs, der Mitte 2025 abgeschlossen wurde. „Somit können wir den hohen Bedarf an Jugendwarten abdecken“ und für unsere Kinder - und Jugendfeuerwehren fachlich erstklassiges Personal bereitstellen“.
Auch bei den Leistungsprüfungen zeigten sich erfreulicherweise wachsende Teilnehmerzahlen.
Für 2026 gab der Kreisjugendwart zudem einen Ausblick auf wichtige Termine, wie Leistungsabzeichen, Jugendveranstaltungen und Ausbildungsschwerpunkte.

Vier Fachvorträge bereicherten im Anschluss die Versammlung:

CBRN-Gefahren im Feuerwehreinsatz
Prof. Dr. Holger Schmidt (Fach-KBM) referierte über aktuelle Entwicklungen und Einsatzgrundsätze im Umgang mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren.

Neuer CBRN-Erkunder vorgestellt
Fach-KBM Gefahrgut Markus Kraus präsentierte das neue CBRN-Erkunderfahrzeug des Landkreises und erläuterte dessen moderne Messtechnik und Einsatztaktik. Noch am Abend der Versammlung konnte es in das Gerätehaus der Feuerwehr Dietersheim überführt werden. Nach Abschluss der Einweisungen steht es ab dem kommenden Jahr dem Landkreis zur Verfügung.

Neuerungen aus der Kreiseinsatzzentrale
Roland George erläuterte den Anwesenden Neuerungen im Bereich der Kreiseinsatzzentrale (KEZ) in der Hauptfeuerwache Freising.

Aus der Integrierten Leitstelle Erding
Leitstellenleiter Hubert Maier berichtete über Neuerungen, technische Entwicklungen und die enge Zusammenarbeit zwischen Leitstelle und Feuerwehren. Er bedankte sich für die hervorragende Kooperation und bat, diesen Dank an die Mannschaften weiterzugeben.
„Wir sehen jeden Tag, wie gut es mit Euch und Euren Einsatzkräften funktioniert - ein herzliches Vergelt‘s Gott“.

Fazit der Dienstversammlung:

Engagement. Steigende Einsatzzahlen, Rekord-Einsatzstunden und wachsende Mitgliederzahlen zeigen die Stärke der Feuerwehren, aber auch die zunehmende Belastung, der die Einsatzkräfte im Landkreis ausgesetzt sind.

Ein weiterer Bericht zur Verbandsversammlung samt Ehrungen folgt.
 

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